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Der Stammtisch am Montag, 06. Januar entfällt.


Sünje Loës

Das Bildungssystem ist leck geschlagen - Wasser in der Fintau-Schule

Am Donnerstag, den 21.11, tagte in Lauenbrück der Schulausschuss um über die Zukunft ihrer Schulen zu beraten. Lange ging es um Digitalisierung, dass Thema stand wegen des zu verabschiedenden Haushaltes ganz oben auf der Liste. Schnell wurde klar, dass das vom Bund bereit gestellte Geld zwar nach viel klingt, auf den einzelnen Schüler runter gebrochen, aber mehr ein Anreiz darstellt, als eine komplette Finanzierung, zumal der Systemerhalt komplett von den Gemeinden zu stemmen sein wird.

Interessanter jedoch als das haushaltspolitische Geschacher um einige tausend Euro für den einzukaufenden Support waren die Themen, die nicht durch die Abgeordnete, sondern durch Elternschaft und Schulleiter eingebracht wurden. Darunter der eklatante Lehrermangel, der in der Fintauschule Ausmaße erreicht hat, die an eine Notverwaltung denken lassen. In einem Brandbrief bat die Elternschaft um Unterstützung im Konflikt mit der Landesschulbehörde, die sich oft schon mit der Ausschreibung offener Stellen soviel Zeit ließe, dass mit einer Besetzung zum Schuljahr gar nicht mehr zu rechnen sei.

Ein weiteres Thema sprach der Schulleiter der Fintau Schule an, als er anmerkte, dass mittlerweile Eimer unter dem Dach der Sporthalle den Betrieb sicher stellen würden. "In der Aula haben wir uns ja daran gewöhnt," verwies Lehmann auf das seit mehr als zehn Jahren bestehende Problem "aber in der Sporthalle ist es ein Sicherheitsrisiko und natürlich leidet die Bausubstanz.  "Das Dach muss neu", so lautete denn auch der einhellige Tenor bei der Sitzung des Bildungsausschusses in Lauenbrück. Allerdings, konnte man sich nur darauf verständigen, erst mal einen Kostenvoranschlag einzuholen, ein genauer Zeitplan scheiterte an den klammen Kassen der Samtgemeinde Fintel.

Das erstaunt, wenn man zugleich auf die Summen guckt, die zur Erschließung eines neuen Neubaugebietes benötigt werden. Wegen der gestiegenen Baukosten drohen die Erschließungskosten zunehmend die zu erwartenden Gewinne aus den Grundstückverkäufen zu fressen. Wäre es da nicht sinnvoller erstmal die Erschließung des Baugebietes zu verschieben und die bereits vorhandene Bausubstanz zu schützen? Wieder einmal zeigt sich, dass die Prioritäten in Deutschland nicht bei der Bildung liegen sondern hier, im wahrsten Sinne des Wortes nur mehr Löcher gestopft werden, statt sie auf solide Füße zu stellen.

Das Wasser kommt durch die Decke, es läuft die Wände runter und kein Ende ist in Sicht. Schon seit rund 15 Jahren ist bekannt, dass das Dach der Fintau-Schule aufgrund von Baumängeln erneuert werden muss - Reparatur ausgeschlossen. Das Unternehmen welches für die Mängel verantwortlich ist, ist geschlossen und kann nicht mehr belangt werden. Die Gemeinde wird also alleine für das neue Dach aufkommen müssen. Doch diese kann sich nicht dazu entschließen das Großprojekt anzugehen, ist die finanzielle Situation doch eh schon angespannt. Langfristig allerdings schadet das Vorgehen im Augenblick der Bausubstanz und wird so die Gemeinde deutlich teurer kommen. Wenn erst die Wände gammeln, dann braucht man auch kein neues Dach mehr. Hier wäre entschlossenes Handeln und neue Prioritäten gefragt. Man könnte beispielsweise die Erschließung des neuen Baugebietes um ein Jahr aufschieben, riskiert die Gemeinde doch sowieso durch die hohen Baukosten bei dem Projekt drauf zu zahlen. Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft die wir heute tätigen können, gerade hier dürfen wir nicht am falschen Ende sparen.

Dies ein Kommentar ist und stellt eine persönliche Meinung dar.