Auflösung des Patiententransports und Kündigungen im Diakonieklinikum bedeuten Mehrarbeit für das Pflegepersonal
Die Geschäftsführung des Rotenburger Agaplesion Diakonieklinikums möchte die Abteilung für den internen Patiententransport auflösen und bereitet eine Kündigung von rund 50 Mitarbeiter:innen vor. Teile von ihnen sollen aus Sicht der Geschäftsführung eine Ausbildung beginnen, anderen droht sonst die Arbeitslosigkeit.
Wir kritisieren, dass die Leitung bereits seit Wochen daran arbeitet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Patiententransportwesens dazu zu drängen eine Ausbildung zur Pflegeassistenz zu machen, denn andernfalls stehe die Entlassung im Raum. Seit letzter Woche ist klar: In einem Schreiben an die Mitarbeitendenvertretung werden die Entlassungen konkret benannt.
Wer deren Arbeit in Zukunft übernehmen soll - das betrifft auch Teile der hausinternen Logistik - ist seitens der Geschäftsführung bis heute nicht bekannt gegeben worden. Wir nehmen daher an, dass die zukünftigen Pflegeassistenten und Pflegeassistentinnen neben ihrer Kernarbeit auch den Patiententransport übernehmen müssen und während der Ausbildungszeit kann es dazu führen, dass Krankenpfleger:innen diese Arbeit übernehmen müssen. Es ist daher anzunehmen, dass die Mehrbelastung der Pflegekräfte durch zusätzliche Tätigkeiten auf den Stationen weiter steigen wird und sich der Krankenstand unter den Kolleginnen und Kollegen erhöhen wird. Zudem bedeutet der Wegfall der übernommenen Tätigkeiten im Logistikbereich unweigerlich auch Mehrarbeit bei den anderen Mitarbeitenden. Ob dies ein Weg ist, Fachkräfte zu sichern, bleibt fraglich.
In aller Deutlichkeit kritisiert Die Linke, dass Fakten geschaffen werden, obwohl es kein schriftliches Konzept gibt, was dem Kollegium transparent gemacht wird und wodurch die Mitarbeitervertretung nur bedingt reagieren kann. Dies zeigt, dass einer Geschäftsführung eines Konzerns nur bedingt vertraut werden kann. Dass überhaupt Kündigungen vorgenommen werden, ist ein Unding.
Fakt ist, dass seit letzter Woche Kündigungen real werden. Der Mitarbeitendenvertretung liegt ein entsprechendes Schreiben der Geschäftsführung vor, in dem 50 konkret namentlich genannten Personen gekündigt wird, wovon rund 25 Personen die endgültige Entlassung droht, da sie nicht einer Ausbildung zur Pflegeassistenz einwilligen.
Dass die Krankenhausführung das Personal im Patiententransportwesen in gleicher Höhe entlohnen will, sollten sie eine Ausbildung absolvieren, halten wir für selbstverständlich.
Dies ist allerdings kein Trost für jene Kolleginnen und Kollegen, die das Agaplesion verlassen werden müssen – und das in Zeiten akuten Personalmangels und verdichteter Arbeit.
Einmal mehr zeigt sich, dass das Gesundheitswesen am konzeptionellen Limit ist und in eine Sackgasse geführt wird. Die Linke kritisiert grundsätzlich das Profitstreben im Gesundheitswesen.
